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25. Juni 2025

Marktanalyse: Zeitpunkt für Beschaffung ist attraktiv wie lange nicht

Marktpreise – Interessante Entwicklung
Bild: © jack - stock.adobe.com

 

Die Welt verharrt seit vielen Monaten in hartnäckigem Durcheinander – für die Beschaffung von Energie ist der Zeitpunkt Ende des zweiten Quartals 2025 aber so interessant wie selten. Betrachtet man die reinen Preise, wird dies deutlich. Im Base liegt Strom Mitte Juni bei 89,27€, im Peak bei 96,06€. Das Base bei Gas sehen wir bei 35,88€. Ordnet man dieses Gefüge in die Zusammenhänge der vergangenen rund vier Jahre – seit den massiven Anstiegen der letzten Monate des Jahre 2021 – so ergibt sich nicht weniger als ein in der Historie attraktiv zu nennender Einkaufszeitpunkt.

 

Unter den Top zehn Prozent

Wenn man alle Beschaffungsoptionen aus diesen rund 48 Monaten mit dem gegenwärtigen Preisniveau ins Verhältnis setzt, liegt der aktuelle Beschaffungszeitpunkt weit vorne, nämlich mindestens unter den ersten zehn Prozent. Wer also beschaffen will bzw. muss, für den liegt das Marktpreisniveau derzeit weit besser als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.

 

Dauer-Krisen

Neben vielen weiteren globalen Problemen nehmen die Themen Gaza, Trump-Administration und russischer Angriffskrieg exponierte Bedeutung für den weltweiten Energiemarkt ein. Gaza kann dabei als eher randständig betrachtet werden, wobei die massive Eskalation zwischen Israel und Iran in den vergangenen Tagen sehr wohl dazu geeignet ist, in den kommenden Wochen und Monaten noch großen Einfluss zu gewinnen. Bei der US-Regierung ist das offensichtlich bewusste Spiel mit der Unsicherheit mittlerweile dermaßen ungeniert zum Markenzeichen mutiert, dass die Märkte bereits gewisse Resilienzen gegen diese Automatismen entwickelt haben. Auch der Faktor Russland ist natürlich nach wie vor relevant, aber die Dauerhaftigkeit der Problematik führt aus Marktsicht auch hier zu gewissen Abstumpf-Effekten.

 

Verhältnis USA - China

Große Bedeutung für die zwei kommenden Quartale des Jahres und darüber hinaus dürften die Entwicklung der Weltwirtschaft und das chinesisch-amerikanische Verhältnis haben. Bei der deutschen und europäischen Wirtschaft sehen wir – von Ausnahmen abgesehen – im günstigsten Fall Seitwärtsbewegungen. Diese Tendenz ist zwar inzwischen für Deutschland bereits als recht stabil einzuordnen, nach oben zeigen die Zeichen aber deswegen auch nicht. Die Speicherstände beim Gas liegen aktuell mit etwas über 40 Prozent vergleichsweise niedrig. Die Politik namentlich innerhalb der Europäischen Union sieht derzeit offensichtlich keine drohenden Engpässe, zumal die Speicherstandsvorgaben zuletzt deutlich gelockert worden sind.